{"id":3087,"date":"2025-05-12T13:56:30","date_gmt":"2025-05-12T11:56:30","guid":{"rendered":"https:\/\/hannah-biedermann.de\/?p=3087"},"modified":"2025-05-12T13:56:30","modified_gmt":"2025-05-12T11:56:30","slug":"pulk-fiktion-droht-existentielle-einschnitte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hannah-biedermann.de\/?p=3087","title":{"rendered":"pulk fiktion droht existentielle Einschnitte"},"content":{"rendered":"\n<p><\/p>\n\n\n\n<p>mit best\u00fcrzen erfuhren wir am Freitag Abend durch Dr. Reitemeyer von den tiefgreifenden Einschnitten&nbsp; in der F\u00f6rderung der freien darstellenden K\u00fcnste. Diese markieren einen kulturpolitischen Wendepunkt \u2013 mit erheblichen strukturellen und existentiellen Folgen f\u00fcr eine der bedeutendsten freien Theaterszenen Deutschlands.<\/p>\n\n\n\n<p>Als eine der renommiertesten und seit Beginn (2007) in NRW arbeitenden freien Performancegruppen f\u00fcr junges Publikum, sind wir nicht nur um die vielf\u00e4ltige freie Kulturszene insgesamt besorgt, sondern m\u00f6chten hiermit vehement auf eine nicht akzeptable K\u00fcrzung an der kulturellen Vielfalt und Teilhabe f\u00fcr und mit jungen Menschen hinweisen.<br \/><br \/>Nordrhein-Westphalen gilt nicht ohne Grund als eines der st\u00e4rksten und vielf\u00e4ltigsten Bundesl\u00e4nder des freien Theaters f\u00fcr junges Publikum und dennoch leiden die freien Gruppen, die f\u00fcr junges Publikum produzieren weiterhin unter struktureller wie finanzieller Benachteiligung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr eine freie und demokratische Gesellschaft m\u00fcssen die Bed\u00fcrfnisse und Belange junger Menschen erst genommen werden. Es m\u00fcssen mehr R\u00e4ume der Begegnung und der friedlichen Auseinandersetzung geschaffen werden, nicht weniger.<br \/><br \/>Deutschland braucht wache, mitdenkende und gestaltungswillige junge Menschen. Daf\u00fcr braucht es Kunst f\u00fcr junge Menschen. <\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><strong>PRESSEMITTEILUNG<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br \/><strong>NRW: Das Ministerium f\u00fcr Kultur und Wissenschaft beschlie\u00dft den Kollaps der Freien Theaterszene<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><br \/><em>Dringender Appell zur Fortsetzung der mehrj\u00e4hrigen F\u00f6rderprogramme f\u00fcr freie Theater- und Tanzgruppen aller Publika<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Nach monatelanger Verz\u00f6gerung hat das Ministerium f\u00fcr Kultur und Wissenschaft NRW eine Entscheidung \u00fcber die mehrj\u00e4hrigen F\u00f6rderprogramme f\u00fcr die Freien Darstellenden K\u00fcnste getroffen. Sie bedeutet f\u00fcr die Freie Szene einen drastischen Strukturabbau, der erhebliche Risiken f\u00fcr zahlreiche Theatergruppen in sich birgt.<br \/><br \/>Die Spitzen- und Exzellenzf\u00f6rderung Theater soll um knapp die H\u00e4lfte gek\u00fcrzt und \u2013 abweichend von der bisherigen Praxis \u2013 nicht im November 2024, sondern erst im Verlauf des Jahres 2025 neu ausgeschrieben werden. Die laufenden F\u00f6rderungen enden bereits im Juni 2025 \u2013 ein gef\u00e4hrlicher Bruch in einer \u00fcber 13 Jahre gewachsenen F\u00f6rderarchitektur, der eine Vielzahl profilierter K\u00fcnstler*innen und Netzwerke in existenzielle Bedr\u00e4ngnis bringt. Die f\u00fcr die exzellenzgef\u00f6rderten Gruppen in Aussicht gestellte \u00dcbernahme in eine Institutionelle F\u00f6rderung ist kein Thema mehr.<\/p>\n\n\n\n<p><br \/>Die Spitzenf\u00f6rderungen Kinder- und Jugendtheater wird komplett eingestellt. Die bisherige F\u00f6rdersumme wird um 50 % gek\u00fcrzt. Die halbierte Summe wird nochmal parit\u00e4tisch geteilt und vier, anstelle der sechs derzeit gef\u00f6rderten Gruppen, sollen eine Dauerf\u00f6rderung des Landes erhalten und die andere H\u00e4lfte soll in institutionalisierte, freie Kinder und Jugendtheater gehen. Jedoch ohne erneute \u00f6ffentliche Ausschreibung und Fachjury-Entscheidung und mit einhergehenden K\u00fcrzungen der F\u00f6rdersumme im Vergleich zur Spitzenf\u00f6rderung in H\u00f6he von insgesamt 75 Prozent.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die Zukunft der mehrj\u00e4hrigen Konzeptions- und Tanzf\u00f6rderungen macht das Ministerium derzeit keine Angaben.<br \/><br \/>Die Mehrjahres-F\u00f6rderungen sichern aktuell die Arbeit von 64 professionellen Theater- und Tanzgruppen in NRW. Sie erm\u00f6glichen stabile Arbeitsbedingungen, k\u00fcnstlerische Qualit\u00e4t und kontinuierliche Entwicklung \u2013 und gelten seit \u00fcber einem Jahrzehnt bundesweit als Modell nachhaltiger Kulturf\u00f6rderung, sozialer Absicherung und struktureller St\u00e4rkung der Freien Szene.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Ministerium ist Fragen nach Entscheidungsgrundlagen, Kriterien oder Folgenabsch\u00e4tzungen schuldig geblieben. Eine erkennbare kulturpolitische Strategie bleibt aus. Vielmehr scheint die politische Praxis im Widerspruch zu \u00f6ffentlichen Bekenntnissen gegen\u00fcber der Freien Szene zu stehen. Ob im Vorfeld der Entscheidungsfindung Fach-Expertisen einbezogen oder strukturelle Auswirkungen analysiert wurden, bleibt ebenso offen wie die grunds\u00e4tzliche Haltung des Ministeriums zur Zukunft der Freien Szene. Wie die Mittel aus dem sogar leicht gewachsenen Haushaltstitel f\u00fcr die Freien Darstellenden K\u00fcnste f\u00fcr 2025 konkret verwendet werden, wurde seitens des Ministeriums nicht beantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p>Gerade in einer gesellschaftlich angespannten Zeit ist es unerl\u00e4sslich, dass die Landesregierung kulturelle Vielfalt sch\u00fctzt, nicht gef\u00e4hrdet, und diesbez\u00fcglich handelt, anstatt sich zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Forderungen an das Ministerium f\u00fcr KULTUR und Wissenschaft des Landes NRW lauten:<\/p>\n\n\n\n<ol class=\"wp-block-list\">\n<li><strong>Unverz\u00fcgliche und vollst\u00e4ndige Fortsetzung der Spitzen- und Exzellenzf\u00f6rderung Theater und Kinder- und Jugendtheater<\/strong> im bisherigen Umfang&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Zeitnahe Entscheidungen \u00fcber Ausschreibungstermine und vollst\u00e4ndige Weiterf\u00fchrung<\/strong> der <strong>Spitzenf\u00f6rderung<\/strong> <strong>Theater,<\/strong> <strong>Kinder- und Jugendtheater<\/strong>, <strong>Spitzen- und Exzellenzf\u00f6rderung Tanz <\/strong>und der <strong>Konzeptionsf\u00f6rderung<\/strong>.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Einrichtung eines \u00dcberbr\u00fcckungszuschusses<\/strong> f\u00fcr alle Gruppen in den bisherigen Spitzen-, Exzellenzf\u00f6rderungen, die von der verz\u00f6gerten Ausschreibung betroffen sind.<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Transparente Kommunikation der Entscheidungsprozesse<\/strong>: F\u00f6rderkriterien, Mittelverwendung, Zeithorizonte und strukturelle Folgen m\u00fcssen nachvollziehbar gemacht werden \u2013 insbesondere angesichts des 2025 aufgestockten Haushaltstitels Freies Theater. Die Transparenz des Haushalts ist ein B\u00fcrger*innenrecht!<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Verl\u00e4ssliche, nachhaltige Kulturpolitik<\/strong>: Aufbau eines kontinuierlichen, transparenten Dialogs zwischen Politik und Freier Szene.&nbsp;<\/li>\n\n\n\n<li><strong>Die<\/strong> <strong>rechtliche Verankerung mehrj\u00e4hriger Kulturf\u00f6rderung im Kulturgesetzbuch NRW<\/strong>.<\/li>\n<\/ol>\n\n\n\n<p>Mit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen von der Spitze des Eisbergs,<br \/>Alfredo Zinola + Micaela K\u00fchn Jara, Angie Hiesl + Roland Kaiser, echtzeit-theater, fringe ensemble, half past selber schuld, Hofmann&amp;Lindholm, kainkollektiv, KGI, Marlin de Haan, performing:group, pulk fiktion, Rotterdam Presenta, subbotnik, Tanzfuchs PRODUKTION, Theaterkollektiv Pi\u00e8rre.Vers, TOBOSO und vorschlag:hammer<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>mit best\u00fcrzen erfuhren wir am Freitag Abend durch Dr. Reitemeyer von den tiefgreifenden Einschnitten&nbsp; in der F\u00f6rderung der freien darstellenden K\u00fcnste. 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