Theater für Kinder: Weiß ich, was ich tue?

hIch habe mir anlässlich meiner Erfahrungen mit dem Weihnachtsstück in Bochum nochmal Gedanken gemacht. Über meine Aufgabe als Regisseurin, über Theater und sein Publikum.

„Es wird darum gehen, warum mir Kritik etwas ausmacht und ob das gut ist. Es wird darum gehen, für wen ich Theater mache und ob das ‚für‘ auch ein ‚dagegen‘ sein darf. Es wird darum gehen, ob ich meinPublikum kenne und ob das überhaupt geht. Es wird darum gehen, daszu überprüfen und zu beschreiben, was ich denke, was dieses Publikum sehen sollte und es also mache. Was mache ich eigentlich?“

Theater für Kinder: Weiß ich-was-ich-tue.pdf

Aufregende Premiere: Mit ALLE JAHRE WIEDER entstand ein etwas anderes Weihnachtsstück

Kein gewöhnliches Unterfangen: Mit einem Theaterstück über Rituale und Traditionen eben genau die Tradition des Weihnachtsmärchens zu brechen.

Ich bin stolz auf unsere heterogene Reise durch Feste und Rituale unserer diversen Gesellschaft und lade alle herzlich nach Bochum ein.

„Hier wird kein mürber Weihnachtsschinken serviert, sondern Theater, das zupackt. Und nicht nur das christliche Fest der Liebe in den Schwitzkasten nimmt. Man kann es getrost so ausdrücken, denn Hannah Biedermanns Inszenierung macht sich vor gar nichts Bange, pickt sicher auch die Tabuthemen von Familienfeierlichkeiten auf, ohne aber insgesamt auf versöhnliche Töne zu verzichten.“

PROBENSTART: „Alle Jahre wieder“ – das etwas andere Weihnachtsmärchen

Ich freue mich, am Schauspielhaus Bochum ein politisches Familienstück für die diverse Stadtgesellschaft entwickeln zu dürfen. Wir untersuchen Feste und Rituale. Wer feiert sie und wie, warum sind sie wichtig, wie haben sie sich verändert, sind neue dazugekommen?

„Eine Familie kommt zusammen, um zu feiern. Weihnachten, glaubt sie. Oder doch den 80. Geburtstag von …? Hey, wo kommen diese riesigen Ostereier her, und wie soll man die denn verstecken? So viele Süßigkeiten und Geschenke, ist das das Zuckerfest? Jedenfalls wird gegessen “ der Truthahn, der Kartoffelsalat, die Baklava, wie jedes Jahr. Wie bei allen? Sieben Schauspieler*innen wollen wissen, was eine Familie zusammenhält. Sie testen Rituale, machen euch glauben und feiern in echt. Nur quatschen immer diese Kinder dazwischen und sagen, wie es richtig sein soll. Was für ein Theater!“

PREMIERE: 24.11.2018 um 18 Uhr
Wo: Schauspielhaus Bochum, großes Haus

ERFOLGREICHE PREMIERE

TROLLWUT – Ein Diskursmusical feierte am Wochenende eine erfolgreiche Premiere. Nach schwierigen Proben sind wir nun froh, ein schweren Stoff leichtfüßig auf die Bühne gebracht zu haben.

Ab Dezember wieder zu sehen!

Max&Moritz gewinnt einen der NRW Theaterpreise bei WESTWIND

Ich freue mich sehr, dass meine Produktion „Max & Moritz“ einen von drei Jurypreisen beim WESTWIND Festival 2018 erhalten hat. Diese Auszeichnung bestärkt mich darin, mutiges und zumutendes Theater für junges Publikum zu machen. Weiter zu suchen und sich keinen Grenzen in Köpfen oder dem des Marktes zu unterwerfen.

Jurybegründung:
„Der Preis geht an eine Theaterproduktion, die uns lange beschäftigt hat und zu der wir in unserer internen Diskussion vielmals zurückgekehrt sind. Es ist eine Produktion an der sich die Geister scheiden, die provoziert, die viele Fragen aufwirft “ nicht nur Fragen über die Welt, sondern auch darüber, was man auf der Bühne machen kann und darf: im Theater im Allgemeinen und im Theater für Kinder im Besonderen.

Eine große Stärke der Produktion ist es, dass sie diese Fragen virtuos und intelligent verknüpft, die an die Welt und die ans Kindertheater, die an die Kinder und die an die Erwachsenen. Wahrscheinlich ist es auch ein Stück, das Erwachsene und Kinder unterschiedlich sehen und erleben, und das uns Erwachsene packen kann, wo wir nicht gepackt werden wollen. Nicht zuletzt geht es auch um Macht und Anarchie, um das Böse, das Spaß macht, und um das Brave, das unheimlich wird. Wird Theater hier zur a-moralischen Anstalt? Ist die Aufführung an sich böse? Sind es die Performer*innen, die das Publikum verachten, oder sogar die Kinder? “Das geht doch jetzt nicht!“ denken wir viele Male, und ehe wir den Gedanken zu Ende gedacht haben, ist das Stück schon dort, wo der Gedanke eben herkam.

Der intelligente Trash, die Provokation, sind nicht Selbstzweck, sondern holen welthaltige Abgründe auf die Bühne, an denen die Kinder vielleicht näher daran sind als wir uns vorstellen möchten.
Ebenfalls mit 3000 Euro dotiert ist der Westwind Festival Preis 2018 für die Performancegruppe pulk fiktion für seine Produktion MAX & MORITZ in der Regie von Hannah Biedermann (in Koproduktion mit FFT Düsseldorf und FWT Köln).“